Gemeinsam leben
| Zeitschrift für integrative Erziehung |
| 18. Jg, H. 1, Januar 2010 |
| Rebecca Klein schrieb einen Artikel über Inklusion. |
In der Rubrik "Aus der Praxis" stellt Rebecca Klein ihre Vorstellung von der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention eindrücklich und mit poetischer Kraft vor. |
| Vera Moser und Max Kreuzer |
| Unter www.juventa.de ist jeweils das aktuelle Inhaltsverzeichnis der Zeitschrift zu finden. |
| ganzes glückliches leben liegt nur vor mir wenn inklusion gelingt |
ahas rufe, ich gehöre zu den menschen die man aussortiert. es ist einfach so in unserer gesellschaft. mitternachts macht mir dies riesige angst. ich bin bald 30 jahre alt. meine behinderung hatte schon unterschiedlichste namen. am ärgsten kam ich mit der diagnose schwere geistige behinderung zurecht. diese gestützte kommunikation erlöste mich von dieser diagnose. hahaha, ich bin halt eine frau mit autismusspektrumstörung. ich handle kaum sinnvolles, daher habe ich pflegestufe 3. aja, ich rede auch nie. deshalb werde ich haufenweise unterfordert und unterschätzt. ich möchte trotz meines enorm hohen hilfebedarfs nie mehr in einem heim leben. achne, hier könnt ihr guten leser einen bereits veröffentlichten text darüber von mir lesen: „daheim statt heim“ heimliches! heimeliges? heimleben
ich lebte über 9 jahre lang in einer stationären großeinrichtung. kurz vor dem sechsten geburtstag wurde ich dort m 19. august 1985 aufgenommen. ich war als stummes, autistisches kind sehr schwierig und meine geschiedenen eltern mussten arbeiten, um ihren lebensunterhalt zu verdienen. mutters und vaters gründe konnte damals nie verstehen, heute weiß ich, wie alleine gelassen sie waren. es gab für sie nur die alternative mich als sozialhilfeempfänger zu versorgen. darüber wurden sie aber nie beraten. es gab keine integrativen schulen oder kindergärten. mutter hatte zahlreiche kindergärten abgeklappert und nur ablehnung erfahren. als krankenschwester hatte sie schichtdienst und wusste nie, wie sie mich betreuen sollte. mutter arbeitete sogar als dauernachtwache, nein, auch so konnte sie meine betreuung nicht sicherstellen. deswegen lebte ich eine zeitlang beim vater. aber auch er kam schnell an seine grenzen. die langen ferien der kindergärten für, oje, geistig behinderte, waren für alleinerziehende eltern eine unüberwindbare hürde. meine eltern hatten auch nicht die geringste hilfe durch die familie. so kam es zu diesem schlimmen schritt. es war ein heimliches leben in diesem heim, da ich von der normalen welt so gut wie abgeschnitten war. aha, ursberg ist zwar sehr modern, uia, aber trotzdem ein ghetto für behinderte menschen außerhalb der städte und gemeinden. aja, ich hätte dort glücklich sein müssen? nein, ich war es nie. das kluge kind war gast zuhause, und gast im heim. a 140 war meine wäschenummer. diese nummer werde ich nie nie vergessen. ich lebte dort in verschiedenen wohngruppen zusammen mit anderen behinderten kindern. die vorherrschende meinung hier war, dass wir alle nur sehr beschränkt das leben mitbekamen. doch ich bekam ALLES mit. nur eine einzige heilerziehungspflegerin liebte mich ehrlich, zu ihr habe ich heute noch kontakt. sie behandelte mich immer wie ein kluges kind, nie wie ein geistig behindertes. oje, diese falsche diagnose brachte mich ins heim.
etwas extrem malignes mir dort ebenso heimlich passierte. ach, das ganze erfasste kann nie in diesem bericht erzählen. es passiert sowohl gesunden als auch behinderten kindern daheim und im heim. warum werden wir behinderte menschen aussortiert und abgeschoben? aja, malignes passiert auch woanders, aber das aussondern eben nur im heim. es war zu peinlich, wie unsere schamgrenzen ignoriert wurden. die toiletten blieben offen, während wir dort öffentlich saßen. uia, in den schultoiletten wurden sogar die türen entfernt, damit wir bequemer zu handhaben waren. das heim war zu zu fern vom normalen leben. dies bekam ich nur an den wochenenden zuhause mit. es war zu unnatürlich, ausschließich mit behinderten kindern zusammen zu sein. ich hatte sie zwar lieb, aber mir fehlte auch der austausch mit gesunden kindern. ich konnte zwar nicht reden, aber es wäre herrlich gewesen gesunde kinder zu beobachten und mit ihnen zu spielen. vielleicht hätten sie mich ja sogar akzeptiert.
ach, dieses leben war einfach getrennt vom leben der gesunden menschen. wir standen nur im mittelpunkt, wenn sich jemand mit uns profilieren wollte. ich habe diese besichtigungen gehasst. es war ein sich gegenseitiges belobigen, wie gut wir es doch hier hatten. aber wo waren die anderen menschen? diese gesunden, die sich vor uns verbargen? warum versteckten sie sich in ihren geschäften, arbeitsplätzen und häusern vor uns? wenn wir mal in gruppen ins dorf spazierten, wurden wir wie zootiere bestaunt. kein wunder, sie kannten uns ja kaum. es war ihnen verwehrt unsere stärken zu erleben und unsere schwächen zu kompensieren. wir fühlten uns DAUERHAFT AUSGESONDERT UND ABGESCHOBEN. es war wie ein großes loch, dieses normale leben.
das leben draußen konnte nur an den wochenenden zuhause erfassen. ich war dauerhaft schwer verhaltensauffällig, da ich mich nicht mitteilen konnte. darum verbrachten meine wieder vereinten eltern die zeiten mit mir meistens zuhause. wutanfälle, extreme unruhe, zwänge, eben reine autistenmerkmale prägten uia unser gemeinsames leben außerhalb des heimes. es war zu fremd und zu angsteinflößend für mich, da ich es ja kaum kannte. meine mutter lernte mir alles, als ich das heim mit 15 jahren verließ. sie führte mich ins normale leben zurück. diesen 4. april 1995 werde ich immer im kopf behalten. ich konnte mich ja damals schon über 16 monate mit der „gestützten kommunikation“ verständigen. dadurch hatten meine eltern den mich rettenden mut zu diesem schritt. es war unbeschreiblich für mich, das heim für immer zu verlassen. ein rasendes gieriges leben vor mir lag.
adeadeade heimleben, ich möchte es nie mehr erfahren. es war zwar nicht immer böse oder lieblos, aber es war ein aussondern. ach, das ganze bääärrreeennnstarke gute dort birgit verdanke. dieses wesen rettete dort meine seele. das vergesse ich ihr nie. das fabelhafte, gierige, freche gute erfasste auch mit einigen anderen heilerziehungspflegern und manchen lehrern. das wäre aber auch außerhalb des heims möglich gewesen. warum lässt man diese guten assistenten mit uns hinter anstaltsmauern? haha, wir und sie wären gerne mitten unter allen menschen in normalen schulen und häusern als mitmenschen wie alle eben. dort könnten wir genauso beschult und gepflegt werden. ich bin zu zu klug um mir das heimliche heimleben nochmals anzutun. ich möchte von zuhause ausziehen und mit persönlicher assistenz rund um die uhr ganz zufrieden leben. es ist mir nie möglich so zu leben wie ein gesunder mensch, aber es ist top möglich mich zu entfalten. ich stelle mir ein leben in einer wohngemeinschaft toll vor. alleine leben wäre mir zu einsam. am liebsten würde ich mit anderen anwendern der „gestützten kommunikation“ zusammenleben. an diesem projekt „trauminsel“ arbeite ich zusammen mit meiner mutter.
es ist nötig die persönliche assistenz auszubauen. es ist nötig, auch unlogische menschen zu dieser einstellung zu bewegen. wir alle werden alt und wir alle werden sterben. ade gesundheit ist für alle als schicksal möglich. behinderungen sind für alle menschen möglich. darum sollten wir gemeinsam für diese inklusion kämpfen. ich danke elke bartz und ich danke klaus dörner und ich danke martina buchschuster und ich danke mutter. es ist wunderbar menschen zu kennen die für uns kämpfen. klaus dörners bücher mir sehr viel halfen. in australiens perth konnte ich ihn einen augenblick persönlich sehen. dieser wunderbare zufall wird sicher seinen tiefen sinn gehabt haben. auch elke bartz durfte ich schon die hand reichen und martinas gieriges kämpfen für anna und alle benachteiligten schüler wird nun mit dem bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. ich danke silvia schmidt für die bundesinitiative „daheim statt heim“. alle diese menschen und viele ungenannten ermöglichen mir ein freies selbstbestimmtes leben außerhalb der anstaltsmauern.
ihr mitmenschen, lasst mich leben und sterben wo ich hingehöre.* zu euch, wie ihr zu mir, zu uns, eben als ganzes und vielfältiges miteinander leben.
rebecca klein, august 2007, 27jährige ehemalige heimbewohnerin
nanu, ihr seid schockiert? ahas rufe, edles herrliches heim mir nur zu zu harte exklusion bescherte. ich möchte gerne mitten unter allen menschen wohnen. warum werden wir aussortiert? aus kostengründen?, aus angst?, um uns gutes zu tun? achso, ihr wollt uns einfach aus eurer mitte verbannen um das schattendasein eines jungen, gesunden und leistungsfähigen volkes zu führen. wieso schattendasein? weil wir diese welt bereichern. sterbende erinnern doch an die endlichkeit, alte an den körperlichen verfall, kranke an die alltägliche möglichkeit krank zu werden, wir menschen mit behinderung erinnern euch doch daran wie gut es euch geht. worüber könntet ihr dann noch jammern? wacher könntet ihr leben mit uns aussortierten wesen. ihr könntet diesen alten mitmenschen ein würdiges lernen, den tod ins auge zu sehen, ermöglichen. wasser schütte in eure mühlen mit meinem autismus. ihr müsstet lernen, dass das leben vieles verbirgt. ihr wollt doch allwissend sein. da können wir euch ganz schön irritieren. hahaha über 60 entstehungsursachen sagt ihr uns nach. achne, ich bin ich. ohne wissenschaftlichen beweis wird unsere intelligenz angezweifelt. juhu, mein behandelnder psychiater zweifelt nicht an mir. aha, er ist chefarzt und autismusexperte. hahaha, ich bin nie privatversichert. uia, dies ist der erste facharzt in meinem leben der mich ernst nimmt. darauf musste ich 30 jahre warten. könnt ihr euch vorstellen erst nach 30 jahren eine adäquate ärztliche behandlung zu erhalten? inklusion von randgruppen bedeutet für mich auch eine flächendeckende gute medizinische versorgung. uia, wir fahren dafür 50 km weit. inklusion bedeutet für mich aber auch ganz ganz viel mehr. sie ermöglicht mir ohne scham ich selbst zu sein. ich schäme mich für meine behinderung. es ist unsagbar peinlich immer wieder an die barrieren der anderen zu stoßen. ich will mich zwar anpassen. es ist erforderlich gewisse soziale regeln einzuhalten. gewalttätigkeit ist eine eindeutige grenzüberschreitung, egal von wem. aber meine sang und klanglos vorübergehenden autistischen besonderheiten schaden niemanden. ich könnte bestimmt dressiert werden. aber nie absolut. ich müsste dafür aber mich immerzu verleugnen. viele therapien für uns sind nichts anderes als dressurakte, um uns normgerecht zu verändern. inklusionsfördernd sind nur solche therapien die uns grundsätzlich in unserem anderssein akzeptieren, und nur da hilfreich eingreifen wo wir uns oder anderen schaden. auja, automatisch ist autismus nie behindertes leben. uia, ich habe ein sehr gutes leben durch meine eltern und meine assistenten. aber ich möchte von zuhause ausziehen! wohin denn? ab ins nächste heim, hieße es für mich. nicht, dass ich alle heime verdamme, nein! aber ich hätte nie rund um die uhr diese gestützte kommunikation. ich könnte weder aufstehen noch zu bett gehen wann ich will. ich könnte mir kaum meine mahlzeiten wünschen. nachts wäre ich erst recht sehr sehr in gefahr. ich lebte in einem heim, da war der nachtdienst für unmengen menschen mit behinderung zuständig. oft hatte ich riesige angst. wieder im heim müsste ich ohne diese gestützte kommunikation ausharren. niemand nähme sich die zeit meine ängste zu ergründen. das macht mir unsagbare angst. bin ich es nie wert seelisch unterstützt zu werden als sehr schwer behinderte autistische frau? erwarte ich zuviel?
es ist aber möglich inklusiv zu leben. auch für ganz schwer behinderte wesen wie mich. ihr wünscht es euch doch auch für euch selbst in sicherheit und geborgenheit zu leben. ich plädiere für die umsetzung der un-konvention der rechte der menschen mit behinderung. ausnahmslos wird uns da ein leben mitten unter allen menschen als menschenrecht formuliert. mein traufgängerisches mütterchen gründete 2 vereine. der hauptverein und der förderverein trauminsel47drei e. v wollen mir so ein leben ermöglichen. ich möchte nicht, dass es nur ein einmaliges projekt bleibt. bitte ihr mitmenschen, ich spreche hier für meine freunde mit autismus und der gestützten kommunikation als sprache. bitte helft uns ein menschenwürdiges leben zu führen. dies ist nur in freiheit wirklich möglich. ihr könnt uns doch unendlich viel lernen. aber auch wir haben was zu sagen. schließt uns nicht weg. lasst uns eure nachbarn und freunde sein. ermöglicht euren kindern uns kennen zu lernen. bitte nie als ganze schulklassen in einem heim. uia, ich war damals wie ein tier für diese schüler. sie durften mich besichtigen. sie sollen mich weiter, wie seit vielen jahren in der kneipe oder in der straßenbahn treffen, im supermarkt oder in der apotheke. meine nachbarn treffen mich im treppenhaus.
ich möchte niemals mehr in eine sonderwelt. achne, bin ich etwa maßlos? achne, ihr müsst mich doch pflegen! achne, ich bins mir wert! dank den zahlreichen menschen die mich achten und lieben wurde mir klar, dass jeder einzelne mensch diese fürsorge verdient. |
trauminsel
ich hatte einen traum es gab eine insel mitten in meiner heimatstadt da war ich eingebettet in eine klare gemeinschaft aus menschen im grünen bereich
dort lebten betagte wesen und heilsame kinder auch menschen aus der ferne glaubende und suchende am körper oder an der seele leidende auch solche mit gesegneter gesundheit oder am lebensende
es war möglich vertrauen zu haben es war möglich besonders zu sein alle gehörten halt dazu auch wir menschen mit behinderung
ich teilte dort mein nest mit stummen seelenverwandten restlos heilsame assistenten waren unsere hilfreichen gefährten tag und nacht die innerlich freieren nachbarn sahen unsere besonderheiten als teil des ganzen
mein traum ging weiter irgendwann gab es viele inseln verbindende brücken halfen gemeinsam statt einsam zu leben
ich erwachte um zu begreifen der traum wird wahr will nur noch ein leben „daheim statt im heim“
rebecca klein stumme frau mit autistischen besonderheiten februar 2008 |
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| (derzeit behördlich geführt als hundert prozent schwerbehindert, hilflos, schwerstpflegebedürftig pflegestufe drei) |
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| www.trauminsel47drei.eu |
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ich bitte um zahlreich spenden damit die trauminsel wahrheit wird.
rebecca klein |
inklusion findet aber von anfang an statt. auch kleine kinder mit behinderung wollen mit allen anderen kindern zusammen spielen. ich war immer zutiefst traurig im kindergarten. uia, mir fehlten kinder, die auf mich zukamen. wir behinderten kinder waren doch alle so anders. wer konnte uns lernen wie kinder so sind? warum taten uns das die erwachsenen an. ewiges hoffen aufs gierige kindergeschrei innen spürte. achne, ich kann mich gut erinnern. |
auch diese sonderschule war für mich zu zu wenig lehrreich. auch hier dürft ihr einen schon veröffentlichten text von mir lesen: |
| eine schule für alle ? |
warum bin ich nie in so eine schule gegangen? ich war zu behindert für diese gesellschaft, und musste ausgesondert werden! ich bekam eine saftige diagnose. erst war ich nur „geistig behindert mit unklarer genese“, später setzten meine eltern die diagnose autismus durch. aber auch da hieß es zuerst „ geistige behinderung mit autistischen zügen“. |
ich wurde erst mit 8 jahren eingeschult. es war mir bewusst, dass ich in einer sonderschule landete. damals dachte ich mir manchmal, dass ich bestimmt klüger bin, aber wie sollte ich dies zeigen? ich war doch ohne verständliche sprache und ohne handlungsmöglichkeit. hoffentlich merken diese lehrer, dass ich zu klug für ihre schule bin. ich konnte doch schon lesen, aber es war durch nichts zu beweisen. ich hatte mir das lesen schon mit 5 jahren beigebracht. aber es war mir nie möglich, dies zu zeigen. ich konnte mich doch weder über sprache, mimik, gestik oder gezielte handlungen verständigen. ach, es tat weh, nie normalen unterrichtsstoff vorgesetzt zu bekommen. unsere klasse war sehr klein, auch meine klassenkameraden waren bestimmt zu mehr in der lage. ich dachte aber auch manchmal daran geistig behindert zu sein. was war das denn? nicht mal das wurde uns hier erklärt. |
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ach, es tut weh an diese zeit zu denken, darum kann ich nie länger darüber schreiben. es wäre damals einfach herrlich gewesen mit gesunden kindern zusammen in die schule zu gehen. viele jahre bekam ich einen unterricht vorgesetzt, der mich erniedrigte und an meinem verstand zweifelte. auch wenn es menschen mit intelligenzminderung gibt, diese können auch viel mehr, als ihr so genannten klugen köpfe denkt. bei den anthroposophen gibt es ganz einfach seelenpflegebedürftige menschen. das finde ich viel angemessener als diese abwertung als „geistig behindert“. es war für mich eine qual viele jahre als dumm angesehen zu werden, nur weil ich nicht reden und handeln konnte. |
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erst mit 14 jahren konnte ich durch die „gestützte kommunikation“ zeigen das ich klug bin. ach, es war nun zu spät für eine andere schulische laufbahn. meine mutter lieh sich die schulbücher aller jahrgänge aus und unterrichtete mich erst selber. sie organisierte mir hausunterricht, telekolleg und jahrelang einen gastschülerstatus auf einem gymnasium, das ich nur stundenweise besuchen konnte. auch lehrbriefe des autismusverbandes mit realschulstoff konnte ich durcharbeiten. es war zwar alles sehr wertvoll, aber eine schullaufbahn wie alle gesunden war mir für immer verwehrt. auch einen schulabschluss konnte ich so nie erreichen. |
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es ist ein menschenrecht auf die schule zu gehen und zu lernen. ach, ich bitte euch, dies in zukunft zu ändern. alle kinder brauchen eine „schule für alle“ und individuelle förderung. bitte verhindert diese ausgrenzung und dieses „abnunbinichandersgefühl“ für kinder mit behinderung. ich habe es am eigenen leib und ganz besonders in meiner seele erfahren, wie sich diese ausgrenzung anfühlt. ich hatte viele jahre nur einen unangemessenen lernstoff, die praktische beschulung ignorierte meine handlungsstörung als autistin. es ist keinem menschen anzusehen was er versteht. ganz egal wie schwerwiegend die behinderung auch sein mag, es ist nie beurteilbar ob ein mensch nicht doch klug ist, und es nur nicht zeigen kann. deshalb muss jedes kind das recht haben den ganz normalen regelstoff unterrichtet zu bekommen, auch wenn sein wissen nicht abgeprüft werden kann. ich kann nur zu gut nachempfinden, wie sehr das selbstbewusstsein unter der aussonderung leidet. wir sind keine minderwertigen wesen. es ist an der zeit EINE SCHULE FÜR ALLE durchzusetzen. |
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| rebecca klein, kluge 27jährige autistin, auch ohne schulabschluss, april 2007 |
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es tat zu weh, als unwertes leben ausgesondert zu werden! ihr wusstet es nicht anders, aber nun wisst ihr!
es ist mir sehr sehr wertvoll diesen bericht zu veröffentlichen. es macht mich auch stolz. mein schicksal bekommt so im nachhinein noch bedeutung. ich kann deshalb klarer, als alle ohne diese erfahrungen, mitteilen was es heißt ausgesondert zu werden. ich habe es am eigenen leib erfasst.
ich widme diesen text peter rödler. peter du warst der erste professor der mir persönlich zur seite stand. wir brauchen kluge köpfe wie dich. juhu, ich möchte für alle menschen mit autismus sprechen.
adeade ihr leserinnen.
helft wo ihr könnt. inklusion ist nur mit uns allen zusammen möglich.
hahaha rebecca klein ende juni 2009 |
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aktualiesiert 13.06.2010

