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Prof. Dr. Peter Rödler
Professor für Allgemeine Sonderpädagogik an der Abteilung Integrative Bildung der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz
Von 1989 - 2007 Schriftleiter der Zeitschrift BEHINDERTENPÄDAGOGIK
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Unterstützung des integrativen Wohnprojektes„trauminsel47drei“
Der Imperativ „GemeinSinn heute entwickeln!“, der Titel eines Kongresses der sich um die Grundlegung einer ‚Politik gegen Aussonderung’ bemüht, wird in dem Konzept der ‚trauminsel47drei’ geradezu exemplarisch deutlich. Es ist dies der Gedanke, dass in einer Welt des uneingeschränkten Individualismus, einer Welt, in der die ‚Selbstbestimmung’ alleine konkret als individuelles Recht auf Ressourcen, Konsum, Genuss oder Machtentfaltung und nicht als Teilhabe und Selbstvertretung in vielfältigen kulturellen Bezügen missverstanden wird, Menschen mit tiefgreifenden Beeinträchtigungen und einem umfassenden Assistenzbedarf, letztlich immer ausgegrenzt werden. Dies geschieht da, wo ihre institutionelle Versorgung geradezu reflexhaft selbstverständlich und unhinterfragt erfolgt, aber auch da, wo in dem Engagement des Kampfs um Inklusion oberflächlich über diese Gruppe und ihre Ansprüche an inklusive Lebensmöglichkeiten hinweggegangen wird. Die ‚trauminsel47drei’ beeindruckt hier in doppelter Weise: Zum einen realisiert das Konzept die geforderte radikale Wende weg von dem heute gesellschaftsüblichen Individualfokus hin zu der Basierung eines Gemeinwesens, das generell Vielfalt von Lebensrealitäten in einen fruchtbaren Zusammenhang – GemeinSinn – bringt, so dass die Lebensrealität der Bewohner mit tiefgreifenden Beeinträchtigungen hier eine fruchtbaren Zugewinn für dieses Gemeinwesen und keine Belastung darstellt. Zum anderen schafft das Konzept eine Infrastruktur, die die Teilhabe an diesem Gemeinwesen wirklich ohne jede Ausnahme ermöglicht. Ich sehe in Vorhaben wie dem der ‚trauminsel47drei’ eine Chance, vielleicht eine letzte Chance, dass unser Gemeinwesen zu seinen humanen kulturellen Wurzeln zurückfindet, die sie in der spätaufgeklärten Halluzination völliger Machbarkeit verloren hat, und so einen friedfertigen Weg in die Zukunft findet. In diesem Sinne ist mit Rebecca Klein zu wünschen, dass diese Insel kein Traum, Einzelfall bleibt sondern beispielhaft für viele vergleichbare Projekte wird, die über Brücken verbunden eine humane Gesellschaft als Möglichkeit erahnbar machen und so für Alle Lebenswert realisieren.
Frankfurt, 14. April 2009 Prof. Dr. Peter Rödler |
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aktualiesiert 13.06.2010


